Wir über Uns

Nach der Neueröffnung am 06.01.2012 erfüllt die "EVABU - Evangelische Buchhandlung Max Müller" mit neuem Inhaber wieder zahlreiche Bücherwünsche.
Als Ergänzung zum Buchsortiment werden in der Buchhandlung nun auch Natur- und Spielwaren und ein Kartenvorverkauf für Konzerte nicht nur für Chemnitzer Kirchen angeboten.
Nach der T(r)aufe der neuen Räume der Buchhandlung, d.h. dem Hochwasser am 3.6.2013 und der 100-Jahrfeier am 2.10.2013 begrüßt die EVABU seit Pfingsten 2014 ihre Gäste im frisch sanierten Teil des ehem. "Schlauches" (HO-Geschäft zu DDR-Zeiten), also auf der Seite des ehem. Antiquariates.
Das Antiquariat, seit 2011 selbstständiger Betrieb, musste ausziehen (nun zu finden an der inneren Dresdner Straße, schräg ggü. Kunstgewerbehaus hinter der sog. Baugrube Contiloch bzw. neben dem Stadtwerkehaus von EiNS-Energie die steilen Treppen hinauf). Aus 2 Läden unter einem Dach wurde ein kompakter, jedoch mit gleicher Ladenfläche für die Neubücher und dem selben Eingang.
Das historisch gesehen kuriose ist, dass es vor dem Krieg an jener Stelle bereits eine Buchhandlung/Leihbücherei Meynig im ehem. graphischen Viertel der Südvorstadt, jetzt Reitbahnviertel, gegeben hat.
 Von 2008 - 2013 hat die Buchhandlung maßgeblich an der Umfeldentwicklung durch europäische Fördermittel (EFRE) im Rahmen der IG Gewerbe "Reitbahnstraße - Gutes gleich um die Ecke" beigetragen und sich alljährlich an der Museumsnacht im Mai mit Ausstellungen beteiligt. Seit 2014 betreiben wir Leseförderung an Chemnitzer Grundschulen und engagieren uns als Buchpaten für die Chemnitzer Stadtbibliothek. Seit kurzem hat die EVABU auch einen Hermes-Paketshop und weiterhin die CityPost-Annahmestelle.

Wir sind Ausbildungsbetrieb und bieten jederzeit Praktika in der Erprobung.

Auszüge zur FIRMENGESCHICHTE (mehr unter: LESEWELT.info):

1913 wurde in Chemnitz, Zschopauer Straße, eine kleine Evangelische Buchhandlung von Richard Bach gegründet. Der Inhaber fiel 1914 im 1. Weltkrieg. Seine Witwe führte während der harten Kriegsjahre die Buchhandlung allein weiter.

1920 heiratete Max Müller die verwitwete Magdalena Bach und übernahm den Aufbau der Buchhandlung.

1921 wurde der Verlag Max Müller gegründet. Unter vielen anderen Titeln erschien eine fünfbändige Ausgabe mit Illustrationen von Ludwig Richter.
Die größte Breitenwirkung aber erzielte der Verlag mit den erfolgreichen Kinderbüchern "Die Reise der Schneeflöckchen", "Eine lustige Hasengeschichte", "Frau Gluckes Kinder", "Meine fünf Bärlein" (2006 wiederaufgelegt im HörBild-Verlag), "Butzimann, was tust du da?" und "Zwölf Englein hatten viel zu tun".

1931 wurde in Aue eine Filiale ausgebaut. Nach dem Krieg wurde sie im Zentrum des erzgebirgischen Bergbaus zu einem wichtigen kirchlichen und kulturpolitischen Ausstrahlungspunkt.

1936 erfolgte durch die Gestapo die erste Lagerdurchsuchung mit der Beschlagnahmung zahlreicher Bücher und Broschüren.
Bereits 1934 begann der Kirchenkampf in Sachsen. Der von den "Deutschen Christen" gewaltsam eingesetzte Landesbischof Coch versuchte, ein eigenes Gemeindeblatt mit nationalsozialistischem Gedankengut durchzusetzen. Doch die meisten Gemeinden erteilten ihm eine Abfuhr und bestellten "Die Heimatkirche", in der durch Max Müller das Anliegen der
Bekennenden Kirche mutig vertreten wurde. Diese Auflage stieg auf ca. 400.000 Exemplare.
Diese Verlagsarbeit konnte nur unter großen Belastungen durch staatliche Zwangsauflagen und Berufsgerichtsverfahren bis zum endgültigen
Verbot der kirchlichen Presse 1941 durchgestanden werden. In Anerkennung dieser Pressearbeit wurde dem Verlag nach dem Kriege die verlegerische Betreuung des Gemeindeblattes der Sächsischen Landeskirche "DER SONNTAG" übertragen.

Außergewöhnlich und für die DDR einmalig war der Bücherprospekt
"DAS BUCH GEHÖRT DAZU", den die Buchhandlung jährlich am Jahresende nach der Leipziger Herbstmesse an ca. 20.000 Bücherfreunde in der ganzen Republik versandte.
Dem ehemaligen Buchverlag wurde keine Lizenz wieder erteilt.
Durch intensive Bemühungen erhielt 1948 der weiterhin angegliederte Verlag Max Müller wenigstens ein staatliches Papierkontingent für Kunst- und Spruchkarten, Kunstblätter und anderen Gemeindebedarf.
Im Verlauf von vier Jahrzehnten wurden mehr als 4.000 Motive entwickelt.

Ab 1956 wurde der Aufbau eines wissenschaftlich-bibliophilen Antiquariats forciert. Bis 1993 erschienen 243 Antiquariats-Kataloge.

1967 wurde im Zuge des Neuaufbaus des Stadtzentrums von Karl-Marx-Stadt die Buchhandlung von der Juri-Gagarin-Straße (ehemals und jetzt wieder Zschopauer Straße) in die Reitbahnstraße verlagert.
In den Jahren des SED-Regimes war die Buchhandlung ein Hort christlicher und humanistischer Substanz und verweigerte sich den stalinistischen Propagandabefehlen. So blieben ihr Bedrohung und Schikane, wie Geschäftsdurchsuchung und -schließung, jahrelange Zwangsverpachtung und die Verhaftung des Inhabers nicht erspart.

1974 wurde daher aus politischen Sicherheitsgründen die OHG durch Aufnahme des Evang.-Luth. Kirchgemeindeverbandes in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Seitdem leitete Max Müllers Sohn Gottfried bis zum stattlichen Alter von 90 Jahren (2011) das Unternehmen. 1996 trat der jetzige Inhaber, damals als Auszubildender, in das Unternehmen ein und studierte nebenbei an der TU-Chemnitz fortbildend von 2000-2005 zum Master of Arts "Medienkommunikation".